Die BÜRGERMEISTER von HEILIGENKREUZ

(Werner Richter)

Im Jahre 1850 wurde Heiligenkreuz mit den Katastralgemeinden Heiligenkreuz und Siegenfeld nach dem österreichischen Gemeindegesetz vom 17.3.1849 eine selbständige Gemeinde. Am 18.7.1850 konstituierten sich die Ortschaften Heiligenkreuz, Füllenberg, Preinsfeld, Sattelbach und Siegenfeld zur neuen Ortsgemeinde Heiligenkreuz mit 914 Einwohnern. Die 12 Mitglieder des Wahlausschusses, zu welchem auch Abt Edmund Komaromy und Prior Adolf Reindl gehörten, wählten mit Stimmzettel "Edmund" den Abt Edmund Komaromy zum ersten Bürgermeister von Heiligenkreuz, der nach dem Bericht der Pfarrchronik "erst nach längerem Sträuben" bereit war, das Bürgermeisteramt anzunehmen. Die neue Gemeinde Heiligenkreuz wurde dem Verwaltungsbezirk Baden angeschlossen. Im ältesten im Gemeindeamt aufliegenden Protokoll vom 26.7.1850 werden u.a. folgende Tagesordnungspunkte angeführt: Die Vorlesung und Erklärung der Gemeindegesetze , und der hierüber getroffenen Anordnungen und Bestimmungen sowie die Aufnahme des Gemeinde-Inventars; unterzeichnet von Edmund Komaromy, Abt und Bürgermeister, sowie von den übrigen Gemeindevertretern. Die Gemeinderats‑ bzw. Gemeindeausschuß-Sitzungen wurden im Haus KNr.15 (alte Schule, heute Gemeindeamt) abgehalten.

Bürgermeister von 1850 bis 2003:

1. von 1850-1856 Edmund Komaromy
61. Abt des Stiftes Heiligenkreuz sowie 6. und letzter Abt von St.Gotthard in Ungarn von 1841 bis 1877; geboren am 22.12.1805 in Güns/Ungarn; trat am 12.11.1825 in das Stift Heiligenkreuz ein, wurde 1830 zum Priester geweiht (Primiz am 22.8.), war zuerst Aushilfspriester im Stift und provisorischer Pfarrverweser in Guntramsdorf, ab 1835 Professor für Dogmatik an der theologischen Hauslehranstalt und Klerikats‑Präfekt und wurde am 1.9.1841 zum Abt der vereinigten Stifte Heiligenkreuz und St.Gotthard in Ungarn gewählt. Der Wahlausschuss der neuen Ortsgemeinde Heiligenkreuz wählte Abt Edmund am 18.7.1850 einstimmig zum 1. Bürgermeister von Heiligenkreuz. Neben dem Protokoll vom 26.7.1850 ist auch eine Glückwunschadresse der Gemeinde vom 6.3.1855 an das Kaiserpaar anlässlich der Geburt der Tochter Sophie erhalten, unterzeichnet mit "Edmund Komaromy, Bürgermeister". Nach 6-jähriger Amtszeit legte Abt Edmund am 20.4.1856 das Bürgermeisteramt nieder. Unter Abt Edmund wurde 1842 der Ortsfriedhof von Heiligenkreuz angelegt (Weihe 1843) und 1866 auf die doppelte Fläche erweitert, 1869 Weihe der wiederhergestellten hölzernen Kapelle in Preinsfeld; ab 1871 ließ er die barocken Altäre in der Stiftskirche entfernen, gleichzeitig wurde mit der Öffnung und Ergänzung der zur Hälfte zugemauerten Glasfenster sowie der Regotisierung des Hallenchores begonnen (Abschluß 1894 unter Abt Heinrich Grünbeck). Abt Edmund war k&k Rath, Gerichtstafel-Beisitzer der Wieselburger Gespanschaft und wurde 1850 zum 1.Präsidenten des landwirtschaftlichen Bezirksvereines Baden bestellt; bis dahin war der Abt Vorstand einer Delegation der Wiener k&k Landwirtschaftsgesellschaft mit Sitz in Heiligenkreuz. Abt Edmund bewohnte überwiegend die Prälatur im Heiligenkreuzerhof in Wien und nur zeitweise die Prälatur im Stift Heiligenkreuz. Gelähmt und in seinem Wirken sehr eingeschränkt verbrachte er ab 1871 seine letzten 6 Lebensjahre nur mehr im Wiener Hof, wo er am 10.4.1877 verstarb. Er wurde auf dem Ortsfriedhof von Heiligenkreuz an der Ostmauer in einem Erdgrab bestattet, das sich heute unterhalb der Gruft der 1889 erbauten Friedhofskapelle befindet.

2. von 1856-1864 Wilhelm Ehrmann, "Stiftsanwalt" (?) des Stiftes Heiligenkreuz (ein akademischer Titel wird in den Unterlagen nie angeführt!) ; geboren 1820 in Ung. Hradisch in Mähren (heute Uh.Hradiste in Tschechien), verheiratet, wohnte mit seiner Familie im Beamtenhaus KNr.2 (heute Zentralverwaltung). Er musste schwere Schicksalsschläge ertragen, denn seine 3 Töchter verstarben lt. Sterbebuch der Pfarre alle im Kindesalter (mit 2 Monaten, sowie mit 2 und 11 Jahren). Wilhelm Ehrmann übte das Bürgermeisteramt von April 1856 bis zur Wahl von Josef Groß am 20.8.1864 aus, später wurde er von 1871 bis 1877 ein zweites Mal zum Bürgermeister von Heiligenkreuz berufen. Von seiner ersten Amtszeit ist nur ein einziges Gemeinderats‑Protokoll vom 8.5. 1864 erhalten, welches Wilhelm Ehrmann als Bürgermeister von Heiligenkreuz unterzeichnete; auch in der Pfarrchronik wird er am 9.5.1864 als "Stiftsanwalt und Bürgermeister von Heiligenkreuz" genannt.

3. von 1864-1871 Josef Groß, Kaufmann in Heiligenkreuz KNr.3; geboren 1802 in Deutschland (Geburtsort nicht bekannt); verheiratet mit Maria, geb.Klein aus Mergentheim in Würtemberg, Deutschland; um 1850 dürfte Josef Groß nach Heiligenkreuz gekommen und in den Besitz der beiden ebenerdigen Häuser Nr.3 vor dem Wienertor (stammen aus dem 18.Jhdt.) gelangt sein und betrieb in dem einen Haus eine Greißlerei, in dem anderen ein Gasthaus für die Pferdefuhrwerker. Nach seinem Tod wurden beide Häuser von Adalbert Brenner, der 1874 die Tochter von Groß heiratete, als Greißlerei und Bierschwemme weitergeführt. Von 1864 bis 1871 war Josef Groß Bürgermeister von Heiligenkreuz. Die Pfarrchronik berichtet von einer Wahl am 20.8.1864 in der Gemeinde, bei welcher der Kaufmann Josef Groß aus Heiligenkreuz, zum "Bürgermeister" bzw. "Gemeindevorsteher" gewählt wurde. Ein Gemeinderats‑Protokoll vom 28.8. 1864 unterzeichnet er als Bürgermeister und unter dem 13.6.1867 ist in der Pfarrchronik vom "hiesigen Kaufmann und Bürgermeister Josef Groß" die Rede. Groß verstarb unerwartet am 16.1.1871 im Alter von 69 Jahren; auf dem Heimweg von Baden nach Heiligenkreuz erlitt er im Schlitten fahrend einen Gehirnschlag und wurde auf dem Ortsfriedhof von Heiligenkreuz begraben (Grab V/31, später aufgelassen und neu vergeben/Ditterstorfer)

(2). von 1871-1877 Wilhelm Ehrmann, Stiftsanwalt (siehe unter Nr.2); nach dem plötzlichen Tod von Josef Groß scheint ab Juni 1871 in verschiedenen Unterlagen des Stiftsarchives Heiligenkreuz Wilhelm Ehrmann zum zweitenmal als Bürgermeister bzw. Gemeindevorsteher von Heiligenkreuz auf. Er dürfte das Bürgermeisteramt bis September 1877 ausgeübt haben und war auch gleichzeitig noch als "Beamter" im Stift Heiligenkreuz tätig. Am 21.9.1877 fuhr Ehrmann nach Gloggnitz und beging, angeblich durch seine Familie erblich belastet, im Haus Nr.31 Selbstmord (lt. Sterbebuch der dortigen Pfarre "durch Verbrennung des Magens mit Säure") und wurde auf dem Ortsfriedhof von Gloggnitz bestattet.

4. von 1877-1891 Adalbert Brenner

Kaufmann und Gastwirt in Heiligenkreuz Nr.3; geboren am 30.4.1832 in Kleinmariazell, später Kaufmann in Kalksburg Nr.14, verheiratet seit 1874 mit Josefa Groß, Tochter des 1871 verstorbenen Kaufmanns Josef Groß; führte die beiden ebenerdigen Häuser vor dem Wienertor (KNr.3 mit Greißlerei und Gasthaus) über 30 Jahre lang als "Warenhaus" und "Bierschwemme Adalbert Brenner'' weiter; Verkauf dieser beiden Häuser um 1900 an Franz Gratzer, der 1903 an ihrer Stelle das heute bestehende große einstöckige Haus/KNr.3 baute. Am 1.3.1876 wurde Brenner zum 1.Feuerwehrhauptmann der neu gegründeten FF Heiligenkreuz gewählt. Das Bürgermeisteramt in Heiligenkreuz bekleidete Adalbert Brenner 14 Jahre lang. In den Protokollen des Gemeinderates scheint er vom 21.11.1877 bis zum 27.8.1891 als Bürgermeister auf. Er verstarb in Heiligenkreuz KNr.14 (Stiftsgasthaus) im Alter von 75 Jahren am 30.4.1907 und wurde auf dem Ortsfriedhof von Heiligenkreuz begraben (Grab 11/32, aufgelassen).
5. von 1891-1894 Anton Paur
Bäckermeister in Heiligenkreuz KNr.44 (heute Sparkassengebäude); geboren am 26.12.1852 in Heiligenkreuz KNr.21 (heute Rudolphinum); sein Vater war nach 1847 aus Tattendorf zugezogen und war Müller auf der Stiftsmühle neben dem Schüttkasten sowie Bäckermeister; von ihm erlernte er das Bäckerhandwerk und erbaute sich 1881 das Haus KNr.44 mit der Bäckerei. Von 1891 bis 1894 war Anton Paur Bürgermeister von Heiligenkreuz und scheint in dieser Funktion in den Protokollen der Gemeinde vom 30.8.1891 bis zum 29.4.1894 auf. Um 1897 verkaufte er sein Haus mit der Bäckerei an seinen Bruder Ferdinand Heinrich Paur (Bürgermeister von 1900‑1919) und zog nach Graz, wo er als Privatier lebte und sich fortan der Malerei widmete. Er verstarb in Graz im 67.Lebensjahr im Jahre 1919. Das Stift besitzt von seiner Hand ein kunsthistorisch interessantes Ölgemälde mit einer Innenansicht der barocken Stiftskirche Heiligenkreuz vor 1880, nach einer alten Vorlage von Anton Paur im Jahre 1918 gemalt.

6. von 1894-1900 Franz Gratzer, Gastwirt und Kaufmann; geboren am 31.1.1852 in Kottingbrunn; verheiratet, Pächter des Stiftsgasthauses KNr.14 (dieses war von der Familie Gratzer bereits in der 3.Generation angepachtet worden). In den Protokollen der Gemeinde scheint Franz Gratzer vom 19.8.1894 bis zum 10.6.1900 als Bürgermeister von Heiligenkreuz auf. Um 1900 übernahm er von Adalbert Brenner die Bierstube und die Greißlerei vor dem Wienertor und baute 1903 anstelle dieser beiden ebenerdigen Häuser ein großes einstöckiges Gebäude/KNr.3 mit einem Kolonialwarengeschäft und einem Gasthaus ("Kaufhaus und Gasthaus Gratzer"), die er aber bereits 1907 verpachtete und schließlich zwischen 1908/1910 an den damaligen Bürgermeister Ferdinand Heinrich Paur verkaufte. Über den Bau dieses großen Stockhauses so nahe beim barocken Kreuzweg war der oft in Heiligenkreuz auf Besuch weilende Wiener Bürgermeister Dr.Karl Lueger so verärgert, dass er 1903 erklärte, aus diesem Grunde nicht mehr nach Heiligenkreuz kommen zu wollen. Franz Gratzer verstarb im Alter von 60 Jahren am 24.9.1912 in der Heilanstalt Klosterneuburg und wurde auf dem Ortsfriedhof von Heiligenkreuz begraben (Grab V/23).

7. von 1900-1919 Ferdinand Heinrich Paur
Bäckermeister in Heiligenkreuz KNr.44 (heute Sparkasse); geboren am 29.Juni 1856 in Heiligenkreuz KNr.21 (heute Rudolphinum), verheiratet seit 1881. Um 1897 übernahm er von seinem Bruder Anton Paur das Haus Heiligenkreuz KNr. 44 mit der Bäckerei. 19 Jahre lang bekleidete Ferdinand Paur das Bürgermeisteramt in Heiligenkreuz. In den zahlreichen Protokollen des Gemeinderates vom 26.8.1900 bis zum 22.5.1919 scheint er als Bürgermeister auf. Er ist auch auf der Gedenktafel der neuerbauten Volksschule Heiligenkreuz vom Jahre 1900 verewigt. 1925 verkaufte Ferdinand Paur seine Bäckerei an die Familie Franz Rositzky. Er verstarb im Alter von 77 Jahren am 18.9.1933 in Heiligenkreuz KNr.3 und wurde auf dem Ortsfriedhof von Heiligenkreuz begraben (Grab V/28).

 
8. von 1919-1928 Alexander Santulik jun.
Stiftsmaurermeister, wohnhaft in Heiligenkreuz, Allanderstraße Nr.43; geboren am 30.Juli 1868 in Heiligenkreuz, ledig, Sohn des Stiftsbaumeisters Alexander Santulik sen., der zwischen 1868 und 1894 die Umbauarbeiten in der Stiftskirche (Entfernung der Barockaltäre und Regotisierung) durchführte und von 1898 bis 1900 das Schulgebäude baute. Alexander Santulik jun. war von 1919 bis zu seinem Tod im November 1928 Bürgermeister von Heiligenkreuz und scheint als solcher in den Protokollen des Gemeinderates vom 23.11.1919 bis zum 18.3.1928 auf. Auch auf der Urkunde vom 11.Juni 1922 für das neue Kriegerdenkmal wird er genannt. Er verstarb im Alter von 60 Jahren am 12.11.1928 im Haus KNr.23 (Mauthaus) und wurde auf dem Ortsfriedhof von Heiligenkreuz begraben (Grab V/34, später aufgelassen und neu vergeben/Götz).
9. von 1928-1931 Wilhelm Sähli
Oberlehrer an der Volksschule in Heiligenkreuz; geboren am 3.3.1878 in Bürs/Vorarlberg, verheiratet. Der allseits beliebte Oberlehrer Wilhelm Sähli bewohnte die Dienstwohnung in der Schule/KNr.50 und kaufte sich für den Ruhestand das Haus KNr.49 auf der Rabenplatte, ohne es später benützen zu können. Ein Protokoll vom 24.6.1928 unterzeichnet er bereits als Bürgermeister-Stellvertreter. Das Bürgermeisteramt in Heiligenkreuz bekleidete Oberlehrer Sähli nur 3 Jahre, vom 9.12.1928 bis zu seinem frühen Tod im Alter von 53 Jahren am 10.12.1931 im Jubiläumsspital Lainz in Wien 13. Er wurde auf dem Ortsfriedhof von Heiligenkreuz begraben (Grab V/30).
10. von 1931-1935 Karl Pigler
Postmeister in Siegenfeld Nr.7, Ehrenbürger der Gemeinde; geboren am 29.Oktober 1867 in Baden, verheiratet. Karl Pigler war 4 Jahre Bürgermeister von Heiligenkreuz, von Dezember 1931 bis zu seinem Tod im Alter von 68 Jahren am 9.12.1935 in Siegenfeld Nr.7. Er wurde auf dem Ortsfriedhof von Heiligenkreuz begraben (Grab 11/101).

11. von 1935-1938 Franz Rositzky, Bäckermeister in Heiligenkreuz KNr.44 (Bäckerei Rositzky, heute Filiale der Sparkasse Baden); geboren am 22.9.1892 in Wien-Strebersdorf, verheiratet. 1925 kaufte Rositzky von Ferdinand Heinrich Paur die Bäckerei/Haus KNr.44. Vom Dezember 1935 bis zum Anschluss an Deutschland Anfang März 1938 war Franz Rositzky Bürgermeister von Heiligenkreuz. Er verstarb im Alter von 49 Jahren am 25.März 1947 in seinem Haus Heiligenkreuz KNr.44 und wurde auf dem Ortsfriedhof von Heiligenkreuz begraben (Grab V/24).

12. von 1938-1944 Martin Spörk, Gastwirt in Siegenfeld, geboren am 25.1.1894 in Baden, verheiratet mit einer Berlinerin (seit 24.7.1918, Clütz/Mecklenburg); Spörk kaufte um 1930 das Gasthaus in Siegenfeld (heute Gasthaus Skilitz, Badenerstraße 2), das vor 1938 zu einem Sammelpunkt der illegalen nationalsozialistischen Bewegung wurde. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich und der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 12.3.1938 wurde Martin Spörk schon am nächsten Tag von der NS‑Behörde als Bürgermeister und Ortsgruppenleiter von Heiligenkreuz eingesetzt. Vor allem das Stift hatte unter seiner Amtsführung eine schwere Zeit zu überstehen, da er mit Eingaben in Berlin versuchte, die Aufhebung des Klosters zu erreichen. Am 5.11.1940 beschlagnahmte eine Kommission bereits einen Großteil der Stiftsräume, ja selbst Teile des Konventes, für die Unterbringung von Umsiedlern (über 400 Bessaraber und Dobrutscha‑Deutsche) sowie von Kriegsgefangenen (bei 200, zuerst Franzosen, danach Serben, zuletzt Russen). Im November 1940 richtete Spörk im 1.Stock des beschlagnahmten Waisenhauses (später Kindergarten/heute Rudolphinum) die Gemeindekanzlei ein; diese war vorher bis April 1938 in der Wohnung des Gemeindesekretärs Michael Korn (+23.4.1938) am Hradschin Nr.38 (heute Wohnung Tomaschko) untergebracht. Im Herbst 1944 wurde Spörk als Abteilungsleiter beim Bau des "Ostwalles" eingesetzt, seine Stelle als Bürgermeister und Ortsgruppenleiter vertrat der gemäßigte Kunstmaler Ludwig Bürgel aus Siegenfeld. Kurz vor dem Einmarsch der Russen kam Spörk nach Siegenfeld zurück und forderte die Ortsbevölkerung vergeblich zur Flucht auf; am Ostermontag, den 2.April, floh er selbst mit 54 Parteimitgliedern nach dem Westen. Im Frühjahr 1946 berichteten Zeitungen, dass Martin Spörk am 3.3.1946 in Bad Hofgastein aufgegriffen und verhaftet worden war. In späteren Jahren ließ sich Spörk wieder in Baden nieder und bewohnte das Haus Helenenstraße Nr. 116; er verstarb am 22.10.1966 im Alter von 72 Jahren und wurde auf dem Stadtfriedhof in Baden begraben.

13. von 1944-1945 Ludwig Bürgel
Kunstmaler in Siegenfeld/Rosental; geboren am 27.8.1901 in Wien, nach dem Kunststudium als Künstler tätig, verheiratet. Ludwig Bürgel wurde im Herbst 1944 für die kurze Zeit bis Ende März 1945 als Bürgermeister und Ortsgruppenleiter von Heiligenkreuz eingesetzt und war ein wesentlich gemäßigter Nachfolger von Martin Spörk, sehr zur Erleichterung des Stiftes. Zu Kriegsende 1945 floh Ludwig Bürgel nach Oberösterreich und ließ sich in Seekirchen/Salzburg nieder, wo er weiterhin als anerkannter und erfolgreicher Künstler bis zu seinem Tod am 19.5.1980 tätig war; er wurde am Friedhof in Seekirchen begraben. Von Bürgel sind besonders seine vielen schönen Radierungen mit Motiven aus Österreich und Mitteleuropa bekannt. Eines seiner bekanntesten Radierungen, eine Ansicht von Heiligenkreuz mit "Blick durchs Grubertor zum Stift" fand weiteste Verbreitung bis über die Grenzen Österreichs hinaus.
14. von 1945-1951 Dr.Hans Mädl
Jurist, Stiftsangestellter ("Zentralsekretär" der Zentralkanzlei des Stiftes Heiligenkreuz), Ehrenbürger der Gemeinde; geboren am 5.2.1894 in Heiligenkreuz Nr.34/Priefamtann (heute Fürtinger), verheiratet seit 1922, Abschluss des Jusstudiums am 9.11.1934 als Doktor iuris. Am 28.1.1938 trat Dr.Mädl als Zentralsekretär in die Dienste des Stiftes Heiligenkreuz ein und wohnte im Stiftsgasthaus (Pächter Roschmann). Nach Kriegsende wurde Dr.Hans Mädl am 22.April 1945 nach Baden gerufen und von Bezirkshauptmann Hofrat Dr.Rupprecht zum neuen Bürgermeister von Heiligenkreuz ernannt. Die erste Gemeinderatssitzung nach dem Krieg fand mit Zustimmung von Prior Karl Braunstorfer in der Prälatur des Stiftes statt und zwar im Arbeitszimmer des verstorbenen Abtes Dr.Gregor Pöck. Im Februar 1951 übersiedelte Dr.Mädl mit seiner Familie nach Mödling, wo er ein Haus gekauft hatte und legte das Bürgermeisteramt nieder. Er blieb jedoch noch in der Zentralverwaltung des Stiftes bis zum 1.3.1959 tätig. Dr.Mädl verstarb im Alter von 87 Jahren am 7.10.1981 in Wien 13., Veitingergasse und wurde am 16.10.1981 auf dem Friedhof von Heiligeneich im Tullnerfeld bestattet.
15. von 1951-1952 Gottfried Brandl
stiftlicher Oberförster im Revier Wildegg; geboren am 11.11.1905 in Knittelfeld/Stmk, verheiratet, wohnte am Hradschin KNr.38 (heute Wohnung Tomaschko) in Heiligenkreuz. Am 1.9.1939 wurde Gottfried Brandl im Waldamt des Stiftes Heiligenkreuz als Kanzleiförster aufgenommen, nach dem Militärdienst von 1941‑1945 übernahm er am 1.1.1947 als Oberförster das Revier Wildegg. Oberförster Brandl war vom 17.2.1951 bis zum 15.4.1952 Bürgermeister von Heiligenkreuz; mit diesem Datum schied er aus dem Dienst des Stiftes und dem Bürgermeisteramt, übersiedelte in die Steiermark und trat für kurze Zeit in die Dienste der stiftlichen Forstverwaltung Wasserberg. Danach betreute er als Oberförster das Forstgut Hafendorf bei Kapfenberg für das Land Steiermark und wurde in der Landarbeiterkammer angestellt. Bereits am 15.12.1952 wurde Ofö Gottfried Brandl Präsident der steirischen Landarbeiterkammer in Graz, eine Funktion die er fast 2 Jahrzehnte innehatte und weswegen er seinen Wohnsitz in der Stadt Graz nahm. In den folgenden Jahren bekleidete er noch weitere Funktionen als Landtagsabgeordneter der Steiermark, Bundesrat und Präsident des österreichischen Landarbeiterkammertages. Präsident Brandl verstarb in Graz im 83. Lebensjahr am 11.5.1988 und wurde auf dem Steinfeldfriedhof in Graz bestattet.
16. von 1952-1955 Ferdinand Wilhelm Paur,
Kaufmann in Heiligenkreuz KNr.3a; geboren am 11.2.1913 in Heiligenkreuz, verheiratet seit 1946. Am 19.4.1952 wurde Ferdinand Paur zum Bürgermeister von Heiligenkreuz gewählt, am 10.12.1955 legte er sein Amt wieder zurück. Im Jahre 1953 übernahm er von seiner Mutter Josefine Paur das Kolonialwarengeschäft im Haus KNr.3a und baute es zum "Kaufhaus Ferd.Paur" aus. Die letzten Lebensjahre verbrachte Ferdinand Paur im Altersheim in Baden. Er verstarb dort im Alter von 77 Jahren am 7.2.1989 und wurde auf dem Ortsfriedhof von Heiligenkreuz begraben (Grab V/28).

17. von 1955-1956 Johann Gaumannmüller, Landwirt bzw. Gastwirt in der Meierei Füllenberg KNr.5, geboren am 21.5.1895 in Gaaden, Sittendorferstraße Nr.30, verheiratet; er war der Bruder des Heiligenkreuzer Abtes Dipl.Ing. Franz Gaumannmüller (Abt von 1969 bis 1983). Johann Gaumannmüller war nur ein halbes Jahr Bürgermeister von Heiligenkreuz und zwar vom Dezember 1955 bis zu seinem plötzlichen Tod (Herzschlag) im Alter von 61 Jahren am 25.6.1956; er wurde auf dem Ortsfriedhof von Heiligenkreuz begraben (Grab 1/42).

18. von 1956-1968 Josef Rattenschlager
Landwirt in Heiligenkreuz/Priefamtann K-Nr.34; geboren am 6.3.1903 in Heiligenkreuz, verheiratet seit 1928. Josef Rattenschlager war Bürgermeister von Heiligenkreuz vom Juli 1956 bis zu seinem Tod im Alter von 65 Jahren am 29.12.1968 im Krankenhaus Mödling. Er wurde auf dem Ortsfriedhof von Heiligenkreuz begraben (Grab IV/6).
19. von 1969-1980 Johann Krammel
Landwirt in Siegenfeld/Marienhof (Gaadnerstraße 19), Ökonomierat; geboren am 24.3.1913 in Pfösing bei Wolkersdorf, verheiratet; Johann Krammel erwarb nach 1955 das landwirtschaftliche Gut Marienhof in Siegenfeld und baute sich später das Haus Schulberg 3 in Siegenfeld. Am 22.1.1969 wurde Johann Krammel zum Bürgermeister von Heiligenkreuz gewählt und übte dieses Amt bis 1980 aus. Er verstarb im Alter von 78 Jahren am 14.2.1991 in seinem Haus Schulberg 3 in Siegenfeld und wurde auf dem Ortsfriedhof von Heiligenkreuz begraben (Grab 11/104).

20. von 1980-1990 Anton Bauernfeind

Gendarmerie‑Gruppeninspektor i.R., wohnhaft in Heiligenkreuz/Abt Gregor Pöckstraße 12; geboren am 18.8.1919 in Kleinstetteldorf bei Hollabrunn, verheiratet; Anton Bauernfeind war von Beruf Gendarmeriebeamter, zuerst in Heidenreichstein, dann in Heiligenkreuz, Gaaden und Alland, viele Jahre als Postenkommandant, die letzten Dienstjahre bis 1981 als Gruppeninspektor. Das Bürgermeisteramt von Heiligenkreuz bekleidete Anton Bauernfeind von 1980 bis zum 25.3.1990. Er verstarb im 90. Lebensjahr am 18.5.2009 im Krankenhaus Baden und wurde am 25.5.2009 auf dem Ortsfriedhof von Heiligenkreuz begraben.
21. von 1990-2013 Johann Ringhofer
Regierungsrat der Telekom Austria AG, wohnhaft in Heiligenkreuz/Priefamtann Nr.28; geboren am 24.3.1948 in Baden, verheiratet. Zuerst wohnhaft im stiftlichen Meierhof KNr.16 (heute Hochschule), dann Abt Gregor Pöck Straße 5, baute sich später das Haus Priefamtann 28. Johann Ringhofer hat bei der Österr. Post- und Telegraphenverwaltung den Beruf eines Fernmeldemonteurs erlernt. Danach war er im Fernmeldebetriebsamt als Techniker mit der Betreuung mehrer Telefonzentralen im Bereich Alland betraut. Nach Ablegung mehrer Prüfungen war er Systemspezialist im Verbundamt Baden. Später war er im gehobenen fernmeldetechnischen Dienst im Fernmeldetechnischen Zentralamt und der Unternehmenszentrale in Wien beschäftigt. Im April 1990 wurde Johann Ringhofer zum Bürgermeister von Heiligenkreuz gewählt und übte dieses Amt bis 31.12.2013 aus. 
 22. von 2013-         Franz Winter
Landwirt, wohnhaft in Siegenfeld, Kirchenplatz 4, geboren am 12.11.1954, verheiratet, 3 Kinder, 5 Enkelkinder.
Am 8.1.2014 wurde Franz Winter zum Bürgermeister von Heiligenkreuz gewählt.